Orgelwerke

Hamburg 2009, St. Michaeliskirche

Steinmeyer-Hauptorgel
Die große Steinmeyer Orgel ist die Hauptorgel der St. Michaeliskirche. Sie wurde in den Jahren 1960-62 als Opus 2000 durch die Werkstatt G. F. Steinmeyer erbaut. Die Einweihung erfolgte im März 1962. Die Orgel verfügt über 86 Register, verteilt auf fünf Manuale und Pedal. Sie steht hinter dem nur leicht veränderten Prospekt der Walcker- Orgel von 1912, der seinerseits eine freie Kopie des 1906 verbrannten barocken Gehäuses von J. G. Hildebrandt von 1768 war.

Die Werkstatt G. F. Steinmeyer, Oettingen, war eine der großten und bedeutendsten deutschen Werkstätten, die über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren die Orgelgeschichte in Deutschland und im europäischen Raum prägend mit beeinflusst hat.

Die Orgel ist ein bedeutendes Zeugnis fur den Orgelbau der 1960er Jahre und wird, analog zur Marcussen-Orgel auf der Nordempore, als wichtiges Klangdenkmal eingestuft. Im technischen Bereich haben hier zeitbedingt jedoch einige Konstruktionen Anwendung gefunden, deren Lebensdauer sich als nicht ausreichend erwiesen hat.

Als Beispiel sei hier die Verbindung zwischen Taste und Ventil (Traktur) genannt, die mit dünnen Stahllitzen realisiert wurde, deren Dauerhaftigkeit nun an ihre Grenzen stieß. Umlenkungen erfolgten über Spitzlager, sog. Wiener Kapseln, die nach über vierzig Jahren regen Gebrauchs hohe Verschleißerscheinungen aufweisen. Dadurch litt die Spielart erheblich.

Es war leider nicht möglich, das verwendete Traktursystem denkmalgerecht zu restaurieren. Die verschlissenen Achsen und Lagerungen konnten nur in Gänze ausgetauscht werden.

Daher ist die Orgelkommission in Abstimmung mit den ausführenden Orgelbauwerkstätten zu der Entscheidung gelangt, die mechanischen Trakturen grundsätzlich gegen einheitliche Holztrakturen auszutauschen, deren Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit sich in vielen Instrumenten seit Jahrhunderten bewährt hat.

Gleichzeitig wurde das Instrument aber einschließlich Windladen, Pfeifenwerk, Windversorgung, Prospektgestaltung und Anordnung der Teilwerke als wichtiges Zeugnis und Klangdenkmal der 1960er Jahre betrachtet und in seinem Erbauungszustand erhalten und restauriert.

Disposition

I. Positiv C-g3

  1. Quintadena 16'
  2. Principal 8'
  3. Spitzflöte 8'
  4. Octave 4'
  5. Rohrflöte 4'
  6. Octave 2'
  7. Flachflöte 2'
  8. Nasat 2 2/3'
  9. Mixtur 6-8f. 1 1/3'
  10. Cymbel 3f. 1/6'
  11. Fagott 16'
  12. Trompete 8'
  13. Vox humana 8'
    Tremulant

II. Hauptwerk C-g3

  1. Principal 16'
  2. Oktave 8'
  3. Oktave 4'
  4. Oktave 2'
  5. Quinte 5' 1/3
  6. Quinte 2 2/3'
  7. Mixtur 6-8f. 2'
  8. Scharff 4f. 2/3'
  9. Cornett 5f. ab f 8'
  10. Trompete 16'
  11. Trompete 8'
  12. Trompete 4'

III. Schwellwerk C-g3

  1. Bourdon 16'
  2. Principal 8'
  3. Violflöte 8'
  4. Schwebung ab c 8'
  5. Oktave 4'
  6. Flute travers 4'
  7. Octave 2'
  8. Quinte 2 2/3'
  9. Terz 1 3/5'
  10. Septime 1 1/7'
  11. Mixtur 4-6f. 1 1/3'
  12. Bombarde 16'
  13. Trompete 8'
  14. Oboe 8'
  15. Clairon 4'
    Tremulant

IV. Kronwerk C-g3

  1. Hohlflöte 8'
  2. Spitzgamba 8'
  3. Principal 4'
  4. Spitzflöte 4'
  5. Oktave 2'
  6. Gemshorn 2'
  7. Oktave 1'
  8. Nasat 2 2/3'
  9. Terzian 2 f. 1 3/5'
  10. Scharff 6 f. 1'
  11. Regal 16'
  12. Krummhorn 8'
  13. Zinke 4'
    Tremulant
    Zimbelstern

V. Brustwerk C-g3

  1. Quintadena 8'
  2. Gedackt 8'
  3. Principal 4'
  4. Blockflöte 4'
  5. Octave 2'
  6. Sesquialtera 2f. 2 2/3'
  7. Scharff 5-7f. 1'
  8. Quinte 1 1/3'
  9. Cimbel 2f. 1/3'
  10. Dulcian 16'
  11. Bärpfeife 8'
  12. Schalmey 4''
    Tremulant

Pedal C-f1

  1. Prinzipal 32'
  2. Oktave 16'
  3. Subbass 16' (neu)
  4. Gemshorn 16'
  5. Oktave 8'
  6. Gedackt 8'
  7. Oktave 4'
  8. Koppelflöte 4'
  9. Nachthorn 2'
  10. Bauernflöte 1'
  11. Hintersatz 5f. 4'
  12. Rauschpfeife 3f. 2 2/3'
  13. Mixtur 6-8f. 2'
  14. Posaune 32'
  15. Posaune 16'
  16. Dulcian 16'
  17. Trompete 8'
  18. Trechterregal 8'
  19. Trompete 4'
  20. Vox humana 4'
  21. Singend Cornett 2'