Orgelwerke

Konzertorgel in Kunming, Provinz Yunnan, China

Die Stadt
Kunming ist die Hauptstadt der Provinz Yunnan in der Volksrepublik China. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von ca. 300km³. Die Bevölkerungszahl liegt bei etwa 8 Mio. Einwohner. Die Stadt liegt auf dem fast 2.000 m hohen Ost-Yunnan-Plateau. Diese Lage bedingt das ganze Jahr über relativ milde Temperaturen, so dass Kunming auch als "Stadt des ewigen Frühlings" bezeichnet wird. Die Stadt wächst gegenwärtig vom Norden entlang der östlichen Seite des insgesamt 39 km langen Dian-Sees. Wir durften in den Orchestersaal eines neuen Kulturzentrums eine Konzertorgel mit 45 Registern bauen.

Die Orgel
Oberhalb der Orchesterbühne des Konzertsaales befindet sich eine etwa 12m breite und 6m hohe Nische, in der die Orgel eingepasst wurde. Daher ist kein Vollgehäuse erforderlich und nur die Vorderfront erhielt eine auf die Gebäude- und Raumarchitektur Bezug nehmende moderne Prospektgestaltung.
Um den sehr breiten Proportion entgegen zu wirken, wurden horizontale Elemente vollständig vermieden, so dass der Prospekt als durchgehend senkrecht schraffierte Fläche erscheint, die lediglich aus Prospektpfeifen und farbigen Rundhölzern gebildet wird. Durch entsprechende Anordnung und Höhenstaffelung der Pfeifenenden, Fußlängen und Labienpositionen entstehen wellenförmige Linien, die Leichtigkeit und Eleganz vermitteln. Der Schwung dieser optischen Linien wird seitlich der Orgel an der Konzertsaal-Wänden fortgeführt. An der Orgel wird durch diese Schwünge der Blick auf den zentral positionierten Spieltisch gerichtet. Offene Bereiche ober- und unterhalb der Pfeifen sind mit farblich gefassten Flächen hinterlegt und erzeugen gemeinsam mit der leicht in die Tiefe gestaffelten Pfeifenanordnung einen dreidimensionalen Effekt. Die sechs größten, auf die volle Prospekthöhe verlängerten Pfeifen mit zylindrischen Füßen bewirken eine rhythmische Vertikalteilung.

Die Spieltische
Dem futuristischen Prospektdesign entspricht der Entwurf der beiden nahezu identischen Spieltische (mechanisch an der Orgel und elektrisch auf der Orchesterbühne). Spieltischaufbau und Banksitzfläche werden von geschwungenen Wangen getragen. Bei der mobilen Konsole bleibt der Kniebereich offen und ermöglicht somit von der Rückseite eine Durchsicht auf die Pedalklaviatur. Im bogenförmigen oberen Spieltischkorpus integrierte Metallstreifen enthalten die werkweise angeordneten Registerwippen.

Disposition

I. Hauptwerk C-c4

  1. Prinzipal 16'
  2. Prinzipal 8'
  3. Konzertflöte 8'
  4. Violoncello 8'
  5. Rohrflöte 8'
  6. Oktave 4'
  7. Hohlflöte 4'
  8. Quinte 2 2/3'
  9. Oktave 2'
  10. Mixtur 4f 1 1/3'
  11. Kornett 5f 8'
  12. Trompete 16'
  13. Tuba 8'

II. Positiv C-c4

  1. Prinzipal 8'
  2. Gedeckt 8'
  3. Salicional 8'
  4. Oktave 4'
  5. Traversflöte 4'
  6. Nazard 2 2/3'
  7. Flöte 2'
  8. Terz 1 3/5'
  9. Larigot 1 1/3'
  10. Scharff 4f 1'
  11. Hulusi 8'
    Tremulant

III. Schwellwerk C-c4

  1. Bourdon 16'
  2. Geigenprinzipal 8'
  3. Flute traversiere 8'
  4. Viola di Gamba 8'
  5. Cor de nuit 8'
  6. Voix celeste 8'
  7. Fugara 4'
  8. Flauto dolce 4'
  9. Flöte 2'
  10. Plein jeu 2 2/3'
  11. Trompete 8'
  12. Oboe 8'
    Tremulant

Pedal C-g1

  1. Untersatz 32'
  2. Prinzipalbass 16'
  3. Subbass 16'
  4. Violonbass 16'
  5. Oktavbass 8'
  6. Flötbass 8'
  7. Oktavbass 4'
  8. Posaune 16'
  9. Trompete 8'