Orgelwerke

Luzern, Musikhochschule

Neubau einer Studien- und Konzertorgel | III/20 +3 Ext. | 2020 | Opus 1012

FERTIGSTELLUNG GEPLANT BIS HERBST 2020

Im Süden der Schweizer Kantonshauptstadt Luzern entsteht bis zum Jahr 2020 ein moderner Neubau für die Musikhochschule, der alle zugehörigen Fach- und Verwaltungsbereiche in einem Zentrum auf 8.000 qm vereint. Neben Arbeits- und Unterrichtsräumen stehen den Studierenden außer einem Kammermusiksaal u.a. diverse Übungs- und Ensembleräume, sowie weitere vielfältige Nutzungs- und Forschungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hinter der Klinkerfassade bestimmen Holz und Beton den in sachlich-nüchternen Formen gehaltenen Bau als offenen Studien- und Begegnungsort.

Zur Erstausstattung der neuen Hochschule wird auch eine anspruchsvolle Konzert- und Studienorgel gehören, deren Bau uns die Kommission nach einem internationalen Ausschreibungsverfahren anvertraut hat. Für die geplante Nutzung der neuen Orgel erwies sich eine allgemeine klangliche Orientierung in der Romantik des 19. Jahrhunderts als geeignete Ausrichtung des Stils, der bewusst nicht universal sein, sondern einen eigenen Charakter besitzen sollte. Disposition, Mensurierung und Intonation sind dementsprechend auf Fülle, Wärme und Verschmelzungsfähigkeit hin angelegt. Unabhängig davon bleibt ein breitgefächertes Repertoire, auch aus älteren und jüngeren Epochen, überzeugend interpretierbar. Die sich daraus ergebenden vielfältigen Möglichkeiten eignen sich denn auch ideal nicht nur für Unterrichts- und Übungszwecke, sondern auch für den konzertanten Einsatz - sowohl solistisch, als auch gemeinsam mit Chor- und Kammermusikensembles.

Die dreimanualige Anlage besteht im Hauptwerk aus einem Prinzipalchor mit Trompete und Soloflöte. Das zweite Manual (Positiv) wird gebildet aus einem Cornet décomposé, das als klangliche Ergänzung des Hauptwerks dient. Schließlich auf dem dritten Manual ein kleines, bereits von der Disposition her klar romantisch geprägtes Schwellwerk mit lyrischen Stimmen. Aus den drei Pfeifenreihen des Pedals wird mittels Oktaverweiterungen jeweils ein weiteres Register gewonnen. Zwei Oktavkoppeln erweitern die klanglichen Möglichkeiten zusätzlich.

Die Orgel erhält ein weiches und progressives Windsystem, das mit leicht ansteigendem Winddruck bei vollgriffigem Spiel jederzeit stabil bleibt. Die sensible Spieltraktur mit angenehmem Druckpunkt und leichtgängigen Koppeln fördert eine differenzierte Artikulation. Eine elektronisch gesteuerte Setzeranlage greift in die traditionell mechanische Registertraktur ein und ermöglicht die für Studium und Aufführung gewünschte Verwendung programmierbarer Klangwechsel.

Für die Aufstellung der Orgel wird die gesamte Stirnseite des 7,5m breiten und knapp 4m hohen Ensembleraumes ausgenutzt. Mittig über dem eingebauten Spieltisch wird die Windlade des Positivs angeordnet; seitlich davon, etwa auf Manualhöhe die in C- und Cis-Seite geteilte, gemeinsame Lade von Hauptwerk und Pedal. Die tefen Oktaven der beiden 16-Füße stehen auf eigenen kleinen Windladen beidseits des mit Stimmgang-Abstand an der Rückwand befindlichen, dickwandigen Schwellkastens. Die Windanlage nutzt den Platz unterhalb des Schwellwerkes.

Die Entscheidung für eine Prospektgestaltung steht noch aus.

Disposition

I. Hauptwerk C-a3

  1. Prinzipal 8'
  2. Konzertflöte 8'
  3. Oktave 4'
  4. Oktave 2'
  5. Trompete 8'

II. Positiv C-a3

  1. Gedackt 8'
  2. Salizional 8'
  3. Flöte 4'
  4. Nasard 2 2/3'
  5. Gemshorn 2'
  6. Terz 1 3/5'

III. Schwellwerk C-a3

  1. Flauto amabile 8'
  2. Gambe 8'
  3. Schwebung 8' ab c°
  4. Traversflöte 4'
  5. Piccolo 2'
  6. Oboe 8'
    Tremulant

Pedal C-g1

  1. Subbass 16'
  2. Oktavbass 8'
    Gedecktbass 8' (Ext.)
    Choralbass 4 (Ext.)
  3. Fagott 16'
    Fagott 8' (Ext.)


    Koppeln: II-I, III-I, III-II, Sub III, Super III-P, I-P, II-P, III-P
    Spieltraktur mechanisch, Doppelregistratur mechanisch mit Setzeranlage