Orgelwerke

Übungs- und Konzertorgel für Musikkonservatorium

Hangzhou, Provinz Zhejiang, China

Die Stadt

Hangzhou ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang und liegt etwa 190 km süd-südwestlich von Shanghai. Die eigentliche Stadtregion hat über acht Millionen Einwohner und liegt an der Mündung des Qiantang-Flusses in die Hangzhou-Bucht.

In Hangzhou beginnt der Kaiserkanal, eine wichtige Verbindung in den Norden Chinas. Die Stadt ist auch heute noch eine bedeutende Produktions- und Handelsstätte für chinesische Seide.

Hangzhou ist eine der Wiegen der chinesischen Zivilisation, die Liangzhu-Kultur lässt sich dort bis vor 4700 Jahren nachweisen. Die dokumentierte Geschichte der Stadt reicht bis ins Jahr 221 v. Chr. zurück. Hangzhou war die Hauptstadt der südlichen Song-Dynastie (1132–1276). Der Chinareisende Marco Polo soll die Stadt als „schönste und großartigste Stadt der Welt“ bezeichnet haben. Zu seiner Zeit, im 13. Jahrhundert, hatte die Stadt den größten Hafen der Welt. Heute ist es keine Hafenstadt mehr, denn im Laufe der Jahrhunderte verlandete die Bucht.

Es wird angenommen, dass die Stadt in der Mitte des 13. Jahrhunderts eine Bevölkerung von bis zu 1.000.000 Menschen gehabt haben könnte. Der Großteil davon müssen Flüchtlinge und Soldaten gewesen sein, die sich dort als Folge der Mongoleninvasion dicht drängten. Damit wäre Hangzhou vor Bagdad die größte mittelalterliche Stadt der Welt gewesen.

Hauptattraktion in Hangzhou ist der westlich der Innenstadt liegende, rund 500 Hektar große Westsee mit über 60 einzelnen Sehenswürdigkeiten. Dieser See wurde wegen seiner Schönheit in ganz China und Japan mehrfach, z.T. durch künstlichen Aufstau, kopiert. Im Westsee befinden sich drei kleine Pagoden, die in China als Symbol des Sees gelten und auf der Rückseite des Ein-Yuan-Scheins abgebildet sind. Im Juni 2011 hat die UNESCO den Westsee und seine Umgebung zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Zhejiang Musikkonservatorium

Die Hochschule ist ein riesiger Komplex (siehe Photo des Modells weiter unten), der innerhalb von nur zwei Jahren Bauzeit 2013-2014 errichtet wurde. Sie wird aktuell geführt von 93 Vollzeitlehrern, inklusive 17 Professor(inn)en, 12 Doktoren und 5 ausländischen Lehrern. Unterrichtet wird fast jegliche musikalische Ausbildung sowie Tanz, Gesang, Piano, Komposition und Dirigieren.

Um zukünftig auch eine Orgelausbildung anbieten zu können, werden nun durch unsere Werkstatt zwei Instrumente für zwei Konzertsäle hergestellt. In den größeren Konzertsaal kommt ein Instrument mit IV Manualen und 64 Registern. In einen etwas kleineren Saal eine romantische Übungsorgel mit II Manualen und 19 Registern.

 

Der Prospektentwurf

Der Prospekt der Orgel im großen Saal nimmt die komplette Fläche der Orgelkammeröffnung an der Stirnwand über dem Orchesterpodium ein und bestimmt damit maßgeblich den Raumeindruck des Saales. Um eine harmonische Integration in die Saalarchitektur zu gewährleisten, wird die senkrechte Schraffur der in warmen Holztönen gehaltenen Wand- und Emporenverkleidungen in der Orgelfront aufgegriffen, indem die Gehäuseelemente das von der Pfeifenteilung vorgegebene Streifenmuster oben und unten fortführen. Entsprechend der unterschiedlichen Pfeifendurchmesser springen die einzelnen Teile des Prospektes leicht vor bzw. zurück und bilden eine dreidimensional strukturierte Oberfläche. Die Prospektpfeifen sind in schlanken Gruppen so angeordnet, dass die gegenläufigen Linien beider Pfeifenenden eine sehr dynamische Bewegung erzeugen, die mit dem golden betonten, geschwungenen Labienablauf noch zusätzlich gesteigert wird. Damit sich der Effekt eines einheitlich glänzenden Pfeifenschleiers einstellt, besitzen die Pfeifen zylindrische Füße. Signifikante Horizontallinien und sichtbare Unterteilungen der Pfeifenfelder wurden vermieden, weshalb die Orgel insgesamt sehr leicht und aufwärtsstrebend wirkt. Das Spannungsverhältnis zwischen Flächigkeit und lebhafter Struktur ist im Gleichgewicht.

Das Layout ist bei beiden Spieltischen, dem eingebauten mechanischen und dem fahrbaren elektrischen, identisch ergonomisch und übersichtlich angelegt. Leicht konkav gewölbte Registerwippen sind auf abgewinkelten Terrassen werkweise angeordnet. Zurückhaltende Funktionalität stehen bei der Gestaltung im Vordergrund. Daraus resultiert ein schnörkelloses und kompaktes Design.

Modell des gesamten Hochschulkomplexes
Blick durch den großen Konzertsaal
Blick durch den großen Konzertsaal
Photomontage der neuen Späth-Orgel für Hangzhou
Das Spieltischdesign

Disposition

I. Hauptwerk C-c4

  1. Prinzipal 16’
  2. Prinzipal 8’
  3. Konzertflöte 8’
  4. Violoncello 8’
  5. Rohrflöte 8’
  6. Oktave 4’
  7. Hohlflöte 4’
  8. Quinte  2  2/3’
  9. Oktave 2’
  10. Mixtur major 4 f. 2’
  11. Mixtur minor 3 f. 1 1/3’
  12. Kornett 5 f. 8’
  13. Trompete 16’
  14. Trompete 8’
  15. Trompete 4’

II. Positiv C-c4

  1. Salizet 16’
  2. Prinzipal 8’
  3. Gedeckt 8’
  4. Salizional 8’
  5. Oktave 4’
  6. Flauto amabile 4’
  7. Nazard 2 2/3’
  8. Doublette 2’
  9. Terz 1 3/5’
  10. Larigot 1 1/3’
  11. Scharff 4 f. 1’
  12. Dulcian 16’
  13. Klarinette 8’
    Tremulant

III. Schwellwerk C-c4

  1. Bourdon 16’
  2. Diapason 8’
  3. Flûte harmonique 8’
  4. Viole de Gambe 8’
  5. Bourdon 8’
  6. Voix céleste 8’
  7. Fugara 4’
  8. Flûte octaviante 4’
  9. Narsard 2 2/3’
  10. Octavin 2’
  11. Tierce 1 3/5’
  12. Plein Jeu 3-4 f. 2 2/3’
  13. Trompette harmonique 8’
  14. Hautbois 8’
  15. Clairon 4’
  16. Voix humaine 8’
    Tremulant

IV. Solo C-c4

  1. Principal major 8’
  2. Stentorflöte 8’
  3. Sologambe 8’
  4. Octave major 4’
  5. Konzertflöte 4’
  6. Tuba 16’
  7. Tuba 8’
     

Pedal C-g1

  1. Untersatz 32’
  2. Prinzipalbass 16’
  3. Subbass 16’
  4. Oktavbass 8’
  5. Violoncello 8’
  6. Flötbass 8’
  7. Choralbass 4’
  8. Hintersatz 5 f. 2 2/3’
  9. Posaune 32’
  10. Bombarde 16’
  11. Fagott 16’
  12. Trompete 8’
  13. Clarine 4’

Elektrische Koppeln:
Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P
Oktavkoppeln: 16’ III, 4’ III, 16’ III-I, 4’ III-I, 16’ III-II, 4’ III-II, 4’ III-Pedal

Mechanisch und elektrische Spieltraktur, elektrische Registertraktur mit Setzeranlage und Touchscreen
Anzahl Pfeifen insgesamt: 4417